In den vergangenen Jahren hat sich Deutschland zum Weltmeister bei der Windenergie-Nutzung entwickelt. Mitte 2008 gab es rund 20.000 Windräder mit einer Gesamtleistung von etwa 23.000 Megawatt. Sie können in einem normalen Windjahr rund 45 bis 50 Milliarden Kilowattstunden erzeugen und damit etwa acht bis neun Prozent des deutschen Strombedarfs decken.
In den letzten 15 Jahren hat sich die Windenergie-Technologie weltweit rasant entwickelt. Während Anfang der 1980er Jahre ein Windrad lediglich 35.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr erzeugen konnte sind es heute etwa 60-mal so viel. Die neue Anlagengeneration der Sechs-Megawatt-Klasse (Rotordurchmesser ca. 130 Meter, Nabenhöhe ca. 135 Meter) ermöglicht an guten Standorten sogar eine Jahresstromproduktion von bis zu 25 Millionen kWh.
Über 100 Meter höhere Erträge möglich
Eine Ertragssteigerung durch moderne Windenergie-Technologie ist möglich. Aufgrund der verbesserten Technik (höherer Wirkungsgrad, größere Nabenhöhen) lässt sich künftig nicht nur die Anlagenzahl reduzieren, sondern auch der durchschnittliche Jahresertrag pro Anlage wird deutlich steigen. Das wesentliche Kriterium für die Ertragsoptimierung ist eine höhere Nabenhöhe. Ein wichtiger Faktor bei der Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe ist die Rauhigkeit der Umgebung. So schwächt eine stark strukturierte Landschaft (z.B. Siedlungen) den Wind tendenziell ab. Dagegen wird oberhalb von 100 Metern die Luftströmung kaum oder gar nicht von diesen Effekten beeinflusst. Hier werden höhere Windgeschwindigkeiten und geringere Turbulenzen angetroffen. Da diese starken, konstanten Winde für die Windenergienutzung besonders gut geeignet sind ist es sinnvoll, mit großen Türmen in diese unbeeinflussten Luftschichten vorzudringen. Darüber hinaus machen es die neuen Windturbinen möglich, im Rahmen des so genannten Repowerings (Ersetzen von Altanlagen durch effizientere Neuanlagen) mit weniger Anlagen deutlich mehr Strom zu produzieren.
Zu den bundesweit führenden Ländern bei der Windenergie-Nutzung zählen Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit zusammen etwa 75 Prozent der installierten Gesamtleistung. Den größten Windstrom-Anteil im Netz hat Sachsen-Anhalt mit über 40 Prozent, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (jeweils ca. 37,5%).