Auch bei der Nutzung der Solarenergie ist Deutschland mittlerweile in die Weltspitze aufgestiegen und gehört zusammen mit Japan und den USA zu den führenden Ländern, vor allem im Bereich der solaren Stromerzeugung (Photovoltaik). Es ist unstrittig unter Energieexperten, dass die Solarenergie die größten Potenziale aller erneuerbaren Energien hat. Das belegen zahlreiche Studien renommierter Forschungsinstitute und Umweltverbände und Expertisen aus der Energie- und Mineralölwirtschaft.
Der Wissenschaftliche Beirat „Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung geht beispielsweise davon aus, dass weltweit die Solarstrom-Erzeugung zum dominierenden Energieträger unter den erneuerbaren Energien wird. In Deutschland erzeugen die bundesweit rund 450.000 Photovoltaik-Anlagen (Gesamtleistung: über 4.000 Megawatt) heute etwa 3,5 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr und tragen mit 0,5 Prozent zur bundesweiten Stromerzeugung bei.
Die Nutzung der Solarenergie wird einen enormen Schub bekommen, wenn die so genannte „Grid Parity“ erreicht ist – das heißt wenn Strom von der Solaranlage auf dem eigenen Dach günstiger ist als Strom aus der Steckdose. Dies wird in etwa acht bis zehn Jahren der Fall sein und dazuführen, dass sehr viele Hauseigentümer ihren Strom selbst produzieren.
Im Bereich der Photovoltaik kann man im Wesentlichen drei Anwendungsbereiche unterscheiden:
1.) Privater und Genossenschaftlicher Wohnungsbau
Dabei handelt es sich um Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gebäude
von Vereinen und Verbänden mit vor allem Schrägdächern. Auf einer schrägen
Dachfläche werden in etwa 10.000 m² (1 ha) für die Produktion von rund
einer Million Kilowattstunden Solarstrom im Jahr benötigt.
2.) Gewerbe- und Industriebauten
Hierzu zählen größere Dachflächen von Speditionen, Produktionshallen und
Handwerksbetrieben mit vor allem Flachdächern. Auf einem Flachdach werden
in etwa 30.000 m² (3 ha) für die Produktion von einer Million Kilowattstunden
Solarstrom im Jahr benötigt.
3.) Freiflächen-Anlagen
Siedlungs- und Verkehrsflächen sind oft aufgrund ihrer bereits vorhandenen
Oberflächenversiegelung gut geeignet für Freiflächen-Solaranlagen. Dazu
zählen Deponie- und Konversionsflächen ebenso wie Straßenränder und
Parkflächen.
Auch der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung entzogene Flächen sind
geeignet. Auf Freiflächen benötigt man in etwa 30.000 m² (3 ha) für die
Produktion von einer Million Kilowattstunden Solarstrom im Jahr.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Wirkungsgrade und die Flächeneffizienz von Solarmodulen kontinuierlich steigen. Ein gutes Beispiel ist die Firma First Solar, die ihr europäisches Vertriebszentrum mit über 30 Mitarbeitern in Mainz hat und in Frankfurt an der Oder in diesem Sommer die weltweit modernste Fabrik zur Herstellung von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie – mit einer Jahreskapazität von 120 Megawatt – eröffnet hat. First Solar ist es gelungen, die Leistung pro Fläche seit 2002 um zwei Drittel zu erhöhen – bis 2010 wird sogar eine Verdoppelung gegenüber 2002 erwartet.